NERVENKITZEL

15. Juli 2021

Gipfelglück am Keeskogel

Erste Sonnenstrahlen auf der Kürsinger Hütte

Rastplatz im Angesicht des Großvenediger

Neue Kürsinger Hütte - Hoher Geiger

Obersulzbachtal mit dem E-Bike

Hi Leute,

der Start in den Bergsommer war richtig cool. Von 0 auf 100 % ging es nach der Wiedereröffnung von unserem Kaltenbach und wir haben im Juni sehr schöne Bergwanderungen mit vielen begeisterten Bergfexen unternehmen können. Die über Wochen anhaltenden tiefen Temperaturen und Niederschläge im April und Mai haben auch richtig Spuren hinterlassen. In den vielen Jahren meiner Zeit am Berg hatte ich im Frühsommer selten so viel Schnee im Hochgebirge in Erinnerung.

 

Ein 3.000er der Extraklasse.

Einer der spektakulärsten 3.000er in den Ostalpen ist sicher der Großvenediger im Pinzgau. In seinem Angesicht liegt der 3.291 Meter hohe Keeskogel, wo man eine megacoole Perspektive und Blicke in die Hohen Tauern hat 😊

 

So früh aufstehen.

Ja, will man am frühen Morgen am Gipfel stehen, dann ist Frühaufstehen einfach ein Muss. So sind wir um 02:30 Uhr von Kaltenbach losgefahren. Franz hat mich bei der hochalpinen Bergtour begleitet. Mit Stirnlampe und E-Bike ging’s bis zur Materialseilbahn der neuen Kürsinger Hütte, wo wir dann im flotten Tempo die Berghütte erklommen hatten.

 

Mit dem Großen Geiger hat man schon beim Aufstieg einen sensationellen Blick auf das spektakuläre Bergmassiv. Von der Hütte war der Anstieg zum Keeskogel sehr gut markiert, trotzdem mussten wir 12 Schneefelder (!) überwinden. Der Gipfelgrat und die letzten Meter waren dann schon sehr anspruchsvoll. Ein sehr steiles und pickelhartes Schneefeld in der steilen Flanke war zu überwinden, da war schon etwas Nervenkitzel dabei. Aber es hat sich gelohnt und der Blick vom Keeskogel auf die Hohen Tauern mit Großvenediger und Großglockern, als höchsten Berg Österreichs war wirklich gigantisch.

Es war eine hochalpine Bergtour mit einer fantastischen Landschaft die mir in Erinnerung bleibt und auch für die kommenden Monate am Berg viel Kraft gibt. Jetzt hoffe ich auf auf viele Sonnentage, sodass wir nicht so viele schwierige Passagen zu überwinden haben.

Bleibt aktiv, wir freuen uns auf Euch.

Euer Bergwanderführer

Stephan

AUFBRUCH

15. Juni 2021

Glücksmomente Sonnenaufgang

Wilder Kaiser im Morgenlicht

Blickfang Sonnenaufgang

Kraftplatz

Hi Leute,

es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wieder ein Stückweit näher zur Normalität zu gelangen. Neben der akribischen Arbeit in unserem kleinen Bergdorf und den vielen Baustellen die man in so einer langen Zeit anpackt, war die Gelegenheiten für Bergtouren leider sehr begrenzt ☹

Aber mit Wiedereröffnung unseres Kaltenbach und den ersten lächelnden, bekannten Gesichtern und Fans, sowie auch viele Neuentdecker, haben wir endlich wieder die altbekannte Wärme und Leben in unseren Vier Wänden zurück.  So fühlt es sich auch für meine Aktivitäten am Berg an – so gibt es wohl zum Start keine treffendere Bergtour als ein Sonnenaufgang.

 

Kaiserliche Weitblicke.

Er zählt wohl zu den bekanntesten Berggipfeln für einen Sonnenaufgang, kein Geheimtipp. Gerade bei den Insidern und Einheimischen aufgrund des kurzen (aber steilen Anstieges) und den fantastischen Blick über das gesamte Tiroler Unterland schon mehr ein Hotspot – ich meine da die Gratlspitze bei Brixlegg rund um das Alpbachtal und die Wildschönau.

 

Nichts mit Einsamkeit.

Frühaufstehen ist da natürlich angesagt, bei einem Sonnenaufgang im Frühsommer ist das schon manchmal ein richtiges Handicap. Mit Stirnlampe ging es vorbei an der Holzalm. Wir hatten einen super Rhythmus und mit Bergfex Franz waren wir sehr schnell im Gipfelbereich, trotzdem wurden wir von einer jungen Bergläuferin noch überholt. Obwohl es ein Montag war, haben sich das Naturschauspiel mit dem Sonnenaufgang viele, gerade auch junge Leute angeschaut.

 

Es war ein ganz besonders Gefühl, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, immer ein prägender Moment. Franz und ich haben danach die Zeit genützt und die Gratlspitze um eine Rundwanderung erweitert.

 

Es war sehr schön für Herz & Seele und ich freue mich jetzt riesig auf den Bergsommer bei uns im Zillertal 😊, die Liste mit neuen coolen Bergtouren ist lange!

Spannende Bergerlebnisse mit den vielen Freunden & Fans, Bergfexe und allen Liebhaber der Zillertaler Berge sind jedenfalls schon einmal garantiert. Also bleibt bis dahin aktiv.

Euer Bergwanderführer

Stephan

 

RUHEPULS

1. Januar 2021

Kristallklare Weitblicke im Tuxertal

Erste Sonnenstrahlen am Olperer (3.476 m)

Spurensuche in der Morgensonne

Vallruck Alm im Winterkleid

Einsam auf der Geiselalm

Hi Leute,

was für eine verrückte Zeit – heute ist Silvester und wenn ich nun für das Jahr 2020 Bilanz ziehe und zurück schaue, dann frage ich mich, ob ich im falschen Film bin? Habe ich das alles nur geträumt? Dinge, die vor wenigen Monaten unvorstellbar waren, prägen heute unseren Alltag.

Keiner kann sagen, wie lange wir gefangen sind, von diesem Virus, ein Lockdown jagt den nächsten Lockdown. Keiner kann Corona mehr hören. Im Zillertal ist es ruhig, keine Gäste,  Freunde & Liebhaber der Berge, im Tal und am Berg ist es ganz still. Alles ist uns so fremd.

 

Kristallklare Weitblicke.

Zum Jahresausklang sind wir – meine Schwestern & ich los gezogen um im Tuxertal eine schöne Skitour zu unternehmen. Von den Geiselhöfen ging es über wunderschönes Gelände (mit Umwegen ☹) über die Geiselalm zur majestätisch gelegenen Vallruck Alm am Talschluss.

 

Ein echter Boom.

Wir glaubten, dass wir heute den Berg für uns haben. Aber weit gefehlt, der Lockdown hat das Erlebnis „Skitouren“ richtig beflügelt und einen Boom ausgelöst, so waren es doch einige Tourengeher die unterwegs waren. Es ist auch schön, viele junge Menschen zu sehen, die den Weg inmitten der Natur suchen und auch schätzen!

 

Klirrende Kälte – Hilfeschreie!

Dass ich die letzten Monate ein Faulpelz war, habe ich dann beim Aufstieg schon gespürt, aber wir haben es geschafft. Die Torspitze (2.663 m) mit Blick auf den Torsee und den Melkstand unserer Nasse Tux Alm haben dann für die Mühen voll entschädigt und wir konnten einen traumhaften Weitblick genießen, bei klirrender Kälte 😊 Die Abfahrt war dann mehr ein Kampf als ein Genuss, waren die Bedingungen mit Bruchharsch sehr fordernd.

 

Angekommen bei der Hobalm – wo wir noch eine kurze Rast machen wollten – hörte meine Schwester plötzlich Hilfeschreie! Dann auf einmal Stille – sofort habe ich den Alpinnotruf 140 gewählt und haben uns auf die Suche begeben.

Nach 100 Meter haben wir den schwerverletzten Skitourengeher im Bachbett gefunden – er ist über das steile Gelände abgestürzt – wir haben Ihn erstversorgt und aufgrund des Zustandes auch sofort den Hubschrauber angefordert – die Rettungskette hat perfekt funktioniert und nach wenigen Minuten konnte der Verletze mit Tau geborgen werden.

 

Am Ende ist alles gut gegangen und sind wir dann wieder zum Ausgangspunkt abgefahren. Die letzten Stunden dieses Jahres waren nochmals turbulent. Jetzt hoffen wir auf eine bessere Zukunft – mit Hoffnung, Zuversicht & Lebensfreude blicken wir in das neue Jahr 2021.

Auch wenn wir in den nächsten Monaten von der Pandemie noch gefangen sein werden, es kommt ein danach. Die gemeinsame Zeit, Erlebnisse inmitten der Natur und den Bergen werden wir umso mehr schätzen. Wir sollten zufriedener sein und dankbar für jeden Augenblick sein, den wir in dieser einzigarten Landschaft in den Alpen erleben dürfen!

Corona hat vieles verändert aber eines ist sicher – die Zillertaler Berge laufen nicht davon 😊

Euer Bergwanderführer

Stephan

 

 

WOLKENTANZ

12. September 2020

Spiegelungen am Bergsee

Mein Kraftplatz im Zillertal

Wolkentanz am Hundskehljoch

Gipfelglück am Rauchkofel

Goldener Herbst

Hi Leute,

der Bergsommer 2020 hatte es in sich. In dieser Zeit spürt man mehr den je, wie sehr sich die Menschen nach Stille, Einsamkeit und Ruhe sehnen – und da sind die Tiroler Berge der perfekte Ort dafür!

Die Wetterverhältnisse waren wie eine Achterbahnfahrt und gab es kaum längere Schönwetterperioden. So war es eine stetige Herausforderung, den besten Tag und vor allem die richtige Bergtour für unsere Bergfexe zu wählen, was fast immer gelungen ist 😊

Gleich auf 100 %

Nachdem es in diesem Jahr noch nie mit einer hochalpinen Bergtour auf einen 3.000er geklappt hat, war es mit Beginn des Goldenen Herbst auch für mich wieder einmal höchste Zeit für eine richtige Wadlbeissertour.

Fokussiert bis zum Gipfel.

So sind wir frühmorgens losgezogen. Petra eine Bergkameradin hat mich bei diesem Vorhaben begleitet und ich wusste schon bei der Auswahl, was auf uns zukommt ☹ Mit 30 km Länge und mehr als 2.500 Höhenmeter bei teilweise technisch herausfordernden Geländepassagen ist der Aufstieg von Bärenbad zum Hundskehljoch und auf den 3.250 Meter Hohen Rauchkofel und als Rundwanderung über den Lausitzer Höhenweg zum Heilig Geist Jöchl (mein Lieblingsplatz im Zillertal) einer der anspruchsvollsten Tagestouren die mich Jahr für Jahr reizt!

Spektakulärer Sonnenaufgang

Die Wanderung durch den Hundskehlgrund mit den Stirnlampen bei dichtem Nebel war sehr mystisch, man hört nur den eigenen Atem und das Rauschen des Bergbaches. Es war mucksmäuschenstill, bevor wir am Hundskehljoch ankamen. Petra und ich wurden durch die Stimmung dort in den Bann gezogen. Ein starker Wind – wie meist am Joch – und die Morgensonne kämpfte sich Minute für Minute gegen den aufsteigenden aber starken Nebel aus dem Zillertal. Plötzlich war der Waldersee und die Südtiroler Berge zu sehen.

Eine Stimmung, die kaum in Worte zu fassen ist und sie geben einem so viel Kraft! Der Aufstieg über den Blockgrat zum Rauchkofel war dann ein echter Genuss und die schon herbstliche Bergwanderung über den Lausitzer Höhenweg hat richtig Spaß gemacht. Da durfte dann das Foto nach dem Kraftakt am Heiligen Geist Jöchl mit Petra nicht fehlen – und da kann man bei so einer coolen Bergtour schon richtig stolz auf die eigene erbrachte Leistung sein!

Jetzt freue ich mich schon riesig auf den Goldenen Herbst mit vielen Freunden und Bergfexen – der uns mit seinem unglaublichen Farbenspiel wieder in den Bann ziehen wird und wir als Naturliebhaber sicher voll auf unsere Rechnung kommen werden 😊

Auch wenn die Zeit – geprägt von Veränderung – für uns alle sehr fordernd ist und auch nachdenklich macht – bleibt sportlich und aktiv und genießt den Augenblick.

Euer Bergwanderführer

Stephan

FREI SEIN

20. Juni 2020

Violette Blumenpracht

Nachdenkpause

Almrosenblüte im Sundergrund

Kraxeln am Zillertaler Granit

Hochmoor Langeben

Hi Leute,

Was für ein Frühling? Schönstes Wetter, perfekte Bedingungen für Skitouren und erste leichte Bergwanderungen – nicht’s war erlaubt, der Shot Down Mitte März und Quarantäne im April haben uns allen von heute auf morgen die Grenzen aufgezeigt. Aber auch eines gezeigt, wie kostbar Freiheit und die Bewegung in der Natur eigentlich sind. Ein neues Gefühl und auch sicher noch mehr Dankbarkeit für jeden Moment den wir in den geliebten Berge verbringen dürfen.  Nachdem wir zum „Nichtstun“ vergattert wurden, habe ich mir dann bei meinen ersten Bergtouren gefragt, ob ich noch rostfrei bin 😊

Gleich auf 100 %

ging es dann bei der hochalpinen Bergtour im Sundergrund. Einsam, verlassen und eine Weite, die für mich im Zillertal ganz vorne steht. Ich habe diese Gegend im letzten Jahr erstmals richtig erkundet und war vom Hochmoor in Langeben begeistert, aber zuerst ging es einmal hoch hinaus.

Sportliche Niederlage…

Der markante Felszacke – die Napfspitze mit 3.143 m ist mir letztes Jahr schon in’s Auge gestochen und jetzt ging es über den coolen Felsgrat über Zillertaler Granit und riesige Felsblöcke hoch. Bis zum Gipfelgrat war alles gut machbar, aber die letzten 30 Höhenmeter waren wegen dem Altschnee und Felsaufschwung nicht zu bewältigen und der aufkommende Schneesturm war auch nicht gerade eine Hilfe ☹

Brenna tuat’s guat

Nach dem Abstieg am Mitterjoch zum wunderschönen Hochmoor Langeben und den Blick auf den riesigen Gletscher unterhalb der Wollbach Spitze war mein Frust schon verzogen. Vielmehr habe ich mit Bergfex Franz die tollen Eindrücke genossen…

Jetzt freue ich mich auf viele spannende Bergerlebnisse in einem ganz besonderen Bergsommer 2020. Eines ist aber sicher, mit der neuen Kompaktkamera, werde ich Euch noch schärfere Bilder von unserer einzigartigen Bergwelt liefern…

 

Euer Bergwanderführer

Stephan

 

 

 

 

ADRENALINJUNKEE

31. Januar 2020

Bergwinter Total

Rein in den Steilhang

Powderfeeling Pur

Grenzenlose Weitblicke

Lass die Sonne in dein Herz

Hi Leute,
der Start in das Neue Jahr 2020 war echt ein richtiger Kracher. Nach dem Bilderbuchwetter über Silvester hatten wir fast den ganzen Jänner über traumhaftes Wetter, die Sonne strahlte täglich um die Wette. Die Bedingungen zum Skifahren am Berg waren wirklich fantastisch, aber es kam dann das Intermezzo mit Neuschnee gerade richtig….

Meine neue Tourenausrüstung…
konnte ich damit perfekt ausführen. Speziell im Gerlostal gibt es abseits des Trubels und der Hektik einige ganz tolle Skitouren, wo man sich auch richtig auspowern kann 😊

So ging es gleich hinauf…
auf die letzten Berggipfel, welche ich im Spätherbst erkundet habe.  Ob auf den Arbiskogel mit seinen sanften Gelände oder die Kirchspitze mit dem fantastischen Weitblick auf die Bergriesen rund um die Reichenspitze – alles richtige Leckerbissen und jeder einzigartig für sich.

Auf ein Date …
mit meinen spanischen Freunden sind wir dann auf den Äußeren Falk aufgestiegen. Es waren knackige 1.500 Höhenmeter zu bewältigen und mit fast 40 Grad Neigung waren die Hänge auch nicht gerade flach 😊

Aber was uns da oben erwartet hat, war wirklich einmalig. So einen grandiosen Blick über die Zillertaler Alpen aus einer sehr zentralen Position habe ich nicht erwartet und auch der Blick über den Talboden des vorderen Zillertals war genial.

Für meine Freunde Laura und Gabriel mit dem Splitboard war es ein echter Kraftakt, aber die anschließend Abfahrt im Tiefschnee war megacool. Alleine Gabriel und Laura – die wirkliches Profifreerider sind – zuzusehen, war eine richtige Augenweide! Da durfte im Anschluss eine Stärkung auf der Schwarzachalm natürlich nicht fehlen.

Für mich war es eines der schönsten Bergerlebnisse im Winter, die ich in den letzten Jahren unternommen habe und jetzt freue ich mich, den Bergwinter noch voll auszukosten und wieder auf Entdeckungsreise zu gehen.

Euer Bergwanderführer

Stephan

LICHTBLICK

31. Dezember 2019

Wo bleibt die Sonne

So klein und doch so groß

Schnurstracks Bergauf

Kraftakt mit Blick auf das Ziel

Glücksmomente am Loderstein

Hi Leute,
leider war mein Terminkalender im November voller als gedacht, und die vielen kleinen Umbauarbeiten im Hotel haben meiner Auszeit mit ein paar coole Bergtouren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zudem war der November geprägt von einem frühen Wintereinbruch, gerade aber auch im Hochgebirge viel, schon sehr viel Schnee.

Auf das richtige Timing kommt es an…
so war es im Dezember vom Wetter er ein richtiges Auf- und Ab und der alljährliche Föhnsturm hat sich gerade vor Weihnachten nochmals richtig ausgetobt. Da gilt es den richtigen Moment und natürlich Tour für Schneeschuhwandern zu finden.

Diese Bilder im Kopf…
So bin ich mit unseren Stammgästen Suu & Sander sowie Bergkamerad Franz bei winterlichen Verhältnissen losgezogen um den Loderstein (1.830 m) zu bezwingen. Unscheinbar, ein sehr unbekannter Berggipfel im Schatten des markanten Wiedersberger Horn über den Zillertal und Alpbachtal.

Hoffentlich reißt es auf…
Es hat sich bald eines gezeigt, es liegt verdammt viel Schnee da oben, und so war der Aufstieg gerade in den Steilstufen durch den Bergwald schon anspruchsvoll und hat vor allem Franz als „Schneefräse“ 😊 viel Kraft gekostet.

Nicht nur wir haben gekämpft, auch die Sonne wollte sich durch die dicke Wolkenschicht durchtanken, leider vergeblich so blieb uns eine mystische Stimmung mit einem wunderbaren Wolkenspiel an diesem Tag verwehrt. Trotzdem war es nach Erreichen des sehr kleinen Gipfelkreuzes spannend, haben wir doch unsere Schneeschuhwanderung über Almen als Rundtour bewältigt. So manch abgebrochener Skistock hat und nicht’s von unserem coolen Wintererlebnis zu Beginn der neuen Saison genommen.

Jetzt kann der Winter so richtig Gas geben, ich bin startbereit und freue mich auf viele spannende und auch neue Herausforderungen am Berg und im Tal im Bergwinter 2020.

Euer Bergwanderführer

Stephan

AUGENWEIDE

31. Oktober 2019

Heidelbeerstauden im Herbstkleid

Weitwandern zur Kirchspitze

Kraftakt für den perfekten Augenblick

Gefrorene Wasserlacke im Spätherbst

Kurvenreicher Blick in die Felswand

Hi Leute,

was für ein Herbst! Heuer hat er (wieder) nichts anbrennen lassen, das Wetter im Oktober war wirklich grandios und perfekt zum Bergsteigen – eigentlich so wie in den letzten Jahren. Einziger Wermutstropfen war, dass es relativ früh runtergeschneit hatte und damit gerade bei den höhergelegenen Bergen Vorsicht geboten war…

 

Lange schon auf meinem Wunschzettel…

stand die große Rundwanderung auf den Arbiskogel und die dahinter liegenden Kirchspitze (2.312m). Bergfex Franz und ich haben die große Rundtour an einem wunderschönen Herbsttag angepeilt. Man steht extra früh auf,  um die ersten Sonnenstrahlen am Gipfel zu empfangen, das wäre der Plan gewesen. Dieses Vorhaben ist dieses Mal fast in die Hose gegangen, sind wir doch – trotz Stirnlampe – fokussiert in die falsche Richtung gelaufen…

 

Da war ich richtig fuchtsteufelswild…

trotzdem haben wir die richtige Entscheidung getroffen: Zurück zum Start war die Devise. Der Ärger lag in der Luft, aber so haben wir beim Aufstieg einmal richtig auf die Tube gedrückt – und waren dann nach 1,15 Stunden und 750 Höhenmeter bereits am Gipfel und konnten den Sonnenaufgang perfekt genießen! Den richtigen Augenblick hatten wir dann dankend angenommen, war doch das Morgenlicht bei der kleinen, zugefrorenen Wasserlacke perfekt für die geliebten Spiegelbilder 😊 Ein Farbenspiel der Extraklasse war dann der Aufstieg zur Kirchspitze. Da waren die Gämse in der verschneiten Feldwand der spektakulären Wechselspitze nur mehr eine Zugabe.

Der Rückweg nach dem Abstieg über das Schönachtal war ein würdiges Finale für eine unglaublich schöne Rundwanderung – die auf alle Fälle auf meine Empfehlungsliste für Bergfexe mit guter Kondition kommt.

Jetzt werden ich einmal die Beine in den nächsten Wochen hochlegen – wenn nicht ein Wintereinbruch kommt – und bin für einen grandiosen Bergsommer & Herbst mit so wunderschönen Momenten mit vielen begeisterten Bergfexe sehr dankbar.

 

Euer Bergwanderführer

Stephan

ACHTERBAHN

28. September 2019

Einsame Bergwege

Kunstwerk Hochmoor

Spiegelbild im Bergsee

Tanzende Wolken

Weitwandern im Sundergrund

Hi Leute,

der Bergsommer sagte Anfang September bereits ganz leise „Servus“ nachdem wir schon ordentlich Schnee bekommen haben und sich dieser auch im Hochgebirge gut gehalten hat. Damit sind hochalpine Bergtouren –  also richtig große Kaliber –  schon einmal vom Tisch! Alle Jahre wieder,  nehme ich mir an meinem Geburtstag im September eine besondere Tour vor!

 

In diesem Jahr ging es auf Entdeckungsreise…

und nachdem es mir heuer die Seitentäler des Zillergrundes – dem Usprung des Zillers – angetan haben, wollte ich in diesem Jahr auch das letzte von mir noch nicht begangene Seitental – den Sundergrund – erkunden.

 

Ein echter Kraftakt…

war es für die Sonne 😊, denn die Wolken waren extrem hartnäckig. So war der Aufstieg zum Hörndljoch nach dem sehr mühsamen Zustieg nicht ganz einfach. Beim Wegweiser stand nicht um sonst der „Schwarze Punkt“ – dieser gilt als Indikator für anspruchsvollere Bergwege. Durch das hohe Gras am Hochmoor waren meine Bergschuhe einmal gleich durchnässt, dann die rutschigen Steinplatten und dichter Nebel, alles andere als ein Leckerbissen.

Vorbereitung ist die halbe Miete…

und so wollte ich mir im letzten Abschnitt des Aufstiegs den genauen Wegverlauf anschauen. Denkst du, hatte ich doch die falsche Wanderkarte eingepackt – da war ich dann wirklich froh, dass die Markierung und Steinmännchen so oft vorhanden waren.

Am Hörndljoch war nichts mit der Weitsicht in’s Südtirol, aber nachdem ich ein schönes Plätzchen tieferliegend am Hochmoor gefunden hatte 😊 konnte ich im Zeitraffer zuschauen, wie sich die Wolken lichteten und die markanten 3.000er der Wollbachspitze und hintere Stangenspitze zum Vorschein kamen.

Es war ein prächtiges Naturschauspiel und der Sundergrund ist ein Kleinod der besonderen Art, völlig verlassen und gerade durch die vielen Moore und schroffen Bergspitzen wunderschön. (Noch) ein echter Geheimtipp!

Nun freue ich mich auf die sanfteren Bergtouren in einer prächtigen Farbkulisse in den nächsten Wochen, der Wunschzettel ist schon geschrieben… Wenn es mit dem Wetter – derzeit wie in einer Achterbahn – weitergeht, werden wir im Oktober schöne Bilder mit angezuckerten Bergen erleben 😊 Ich freue mich darauf. Bleibt naturverbunden und aktiv.

 

Euer Bergwanderführer

Stephan

HÖHENFLUG

31. August 2019

Über den Wolken

Zillertaler Hauptkamm im Morgenlicht

Hochfeilerhütte hinter dem Fels

Gipfelglück am Hochfeiler

Hi Leute,

die letzten Wochen waren vom Wetter eher durchwachsen, aber eine Hitzewelle wie im letzten Jahr brauchen wir auch nicht immer  – und den Gletschern tut’s auch ganz gut. Das habe ich gerade auch bei den Bergtouren in den letzten Wochen gespürt – immer wieder sind Altschneefelder aufgetaucht – da sieht man, wie tief der Winter in diesem Jahr war!

 

Schon ganz lange auf meinen Wunschzettel…

stand die Besteigung vom höchsten Berggipfel in den Zillertaler Alpen. Der mächtige Hochfeiler mit seinen 3.509 Meter – schon ein ordentliches Kaliber 😊 insbesondere, wo mein Plan war – den langen Zustieg und die 2.000 Höhenmeter als Tagestour zu unternehmen.

 

Ganz schön früh aufstehen…

war angesagt, nachdem wir über Stein im Pfistertal (bei Sterzing in Südtirol) losgegangen sind. Da war es erst 3:00 Uhr in der Früh. Gott sei Dank war der Pfad gut markiert und schon nach der ersten Stunde hat uns ein Bergläufer überholt…

Es war eine goldrichtige Wahl – nach den schlechten Wetter der Vortage konnte man erkennen, wie sich von Minute zu Minute die Wolken auflösen. Es war fast wie im Film – ab 3.000 Meter hatten wir ein unglaubliches Wolkenmeer über ganz Südtirol vor uns.

Der bekannte Firngrat am Gipfel war leider gänzlich verschwunden, so hatte ich meine Spikes umsonst eingepackt – aber man sieht sehr gut, was die Klimaveränderung mit sich bringt. Vor 20 Jahren bin ich da noch über tiefen Schnee hochgestapft.

Die Weitblicke am Gipfel waren wirklich einmalig – da kann man sagen – Bilder sagen mehr als 1.000 Worte und wieder einmal ein Bergerlebnis zum richtigen Zeitpunkt und für das sich auch Frühaufstehen lohnt 😊

 

Aber jetzt freue ich mich schon riesig auf einen farbenprächtigen Herbst. Der Wunschzettel ist schon geschrieben – ein paar neue coole Touren für meine Bergfexe habe ich schon im Fokus. Bleibt aktiv und sportlich.

 

Euer Bergwanderführer

Stephan