SCHWITZKASTEN

1. August 2017

Gewitterstimmung im Tuxertal

Hintertuxer Gletscher

Torsee mit Wollgras

Gletscherschwund unserer Eisriesen

Nachdenkpause

Hi Leute,

die Zeit geht rasend vorbei und der Tiroler Bergsommer 2017 erreicht in diesen Wochen seinen Höhepunkt. Nachdem es Mitte Juli einen Temperatursturz gegeben hat und zeitweise die Bergspitzen wieder angezuckert waren, hatten wir gegen Ende Juli tropische Temperaturen! Da gibt es dann ja nur eine Lösung 🙂 rauf auf den Berg.

 

Meine Lieblingstour über unsere Alm

Nach der Auffahrt mit der Eggalm Bahn ging es bei großer Hitze hoch auf die Grüblspitze und nach einer spannenden Überschreitung über den Gipfelgrat ging es weiter auf das Ramsjoch wo wir ganz alleine waren. Es war muchsmäußchenstill und so konnten wir einen tollen Fernblick auf den Hintertuxer Gletscher genießen, der heuer wieder sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

 

Gletscherschmelze im Eiltempo

Da fragt man sich schon, wie geht das mit den Gletschern weiter. Ob unsere österreichischen Eisriesen jemals gänzlich verschwunden sein werden? Es geht unseren Gletschern wie ein Ringkämpfer im Schwitzkasten. Wenn man den Rückgang mit einem teilweisen Gletscherschwund von fast 100 Meter sich vor Augen hält , dann wir im nächsten Jahrhundert wohl nicht mehr viel übrig sein…

Das Abschmelzen der Eispanzer lässt aber auch neue Gletscherseen bilden, die es früher nicht gegeben habt, vielleicht ein Wermutstropfen.

Wir konnten uns dann nach dem Abstieg am Torsee erfrischen und haben den Speck von unseren heimischen Bauern in vollen Zügen genossen.

 

Weiter ging es über unsere Nasse Tux Alm zu den alten Bauernhöfen in Gemais oberhalb von Lanersbach. Das aufziehende Gewitter am Ende unserer Bergtour war so richtig erfrischend. 🙂

Jetzt freue ich mich auf die anspruchsvollen und hochalpinen Bergtouren und unsere Wanderungen zum Sonnenaufgang. Seid Beobachter unserer einzigartigen Natur. Ich freue mich darauf und wünsche Euch viel Spass.

Euer

Stephan

 

BODENHAFTUNG

1. Juli 2017

Die Gams über der Felswand

Eissee über Tux

Alpenrosenblüte über Stoankasern

Kraftakt im Schneefeld

Erfrischung. Für echte Bergfexe

Hi Leute,

die letzten Wochen waren bei uns geprägt von einer ersten großen Hitzewelle. Also bei 35 Grad kann man wohl nicht mehr von Frühsommer sprechen. Die erfrischende Luft nach so manchem abendlichen Wärmegewitter tat uns da alle schon einmal gut und wir sind ja in Kaltenbach. 🙂

Echte Bergtouren für Wadlbeisser…

Cool down – also nichts wie ab in die Berge war das Motto! So war ich im Juni echt fleißig und habe einige herausfordernde Wanderungen unternommen. Ich nenne Sie Bergtouren für Wadlbeisser.

So zog es uns hoch auf den höchstgelegenen Bergsee der Tuxer Alpen – dem Junssee. Nachdem der Aufstieg von Stoankasern ohnehin sehr weit ist haben wir uns bis zum Ausgangspunkt mit dem Taxi hinbringen lassen. 🙂

Wie tief kann man einsinken?

Immer wieder stell ich mir die Frage, was einem bei einer Bergtour so erwarten wird? Nachdem der Junssee auf fast 2.700 Meter liegt war es diesmal die Frage, ob er noch zugefroren ist? Schon beim Aufstieg habe ich gesehen, kaum Aufstiegsspuren und dann diese Schneefelder. Immer dieses komische Gefühl, wie tief kann man einsinken? Da wird jedes Queren eines Schneefeldes zum Kraftakt und man kann sich viel besser vorstellen, was die Tiere hier – womöglich in der Flucht – überwinden müssen!

Klettermax mit echter Bodenhaftung…

Die zahlreichen Murmeltiere, die auf den Schneefeldern herumtanzen. Unglaublich. Und dann waren wir da, nach einem letzten Felsaufschwung hatten wir das Ziel erreicht. Der Junssee. Er zeigt sich in diesem hochalpinen Gelände als echter Eissee. Fast noch ganz zugefroren. Die Jause und der Speck schmeckten da hervorragend und es war ein echter Genuss die Gämse bei Ihren abenteuerlichen Klettertouren mit dem Gugga(=Fernglas) zu beobachten.
Nach dieser Tour ist mir wieder bewusst geworden. Wir müssen dankbar sein und verantwortungsvoll mit der Natur in dieser bizarren Bergwelt umgehen.

Also. Wo und was auch immer ihr gerade tut, habt Spass, genießt den Moment und lasst es euch gut gehen. Ich werden nun jetzt einmal den Bergsommer 2017 auskosten. In vollen Zügen.

Euer
Stephan

NACHDENKPAUSE

15. Juni 2017

Mystischer Weitblick am Petersköpfl

Aufstieg über den Schlegeis Stausee

Die Kraft der Natur

Die 3.000er im Blickfeld

Farbenspiel am Friesenberg See

High Leute,

nachdem wir im Mai vom Spätwinter immer wieder eingeholt wurden und damit unsere höher gelegenen Berge in der weißen Pracht erstrahlten, hieß es für die hochalpinen Bergtouren erst einmal abwarten. So musste ich in meinem Notizblock vorerst einmal das Tourenprogramm neu festlegen und habe die geplanten  Aktivitäten über 2.500 Meter gestrichen 🙁

Ich habe mir für den Sommer und Herbst sehr viel vorgenommen, um unsere Liebhaber der Natur und vor allem Bergfexe wieder in den Bann ziehen. Im Mittelpunkt stehen bizarre Bergseen und hochalpine Übergänge und Jöcher. Ganz einfach, abseits von Mainstream ist dabei die Devise.

 

Die Gewalt der Natur…
Nachdem uns die Hitzewelle Anfang Juni so richtig erfasst hat, sind wir los gezogen, ganz kurzfristig haben wir uns gleich einen Leckerbissen ausgesucht. Es ging über die Alpenstraße zum Schlegeis Stausee, welche schon bei der Anfahrt spektakulär ist. Mitten im Naturpark ging es zum Friesenberghaus und dabei haben wir gesehen, welche Spuren der Winter hinterlassen hat. So wurde auf halben Weg die Überführung des Wildbaches von einer Restschneelawine völlig zerstört. Da sieht man wieder einmal, welche Gewalt die Natur mit sich bringt.

Leider war das Friesenberghaus noch geschlossen, aber mein Rucksack war vollgepackt mit Obst und Traubenzucker, den wir auch noch gebraucht haben. Es ging dann hinauf zum Petersköpfl auf 2.700 Meter.

 

Vielfalt der Stoanmandln…
Angekommen an diesem besonderen Ort braucht man einmal eine Nachdenkpause, denn man fragt sich, wo kommen denn diese ganzen Stoanmandln her? Steinmännchen wachsen, indem Menschen immer wieder Steine haufenförmig aufeinanderlegen. Dabei nehmen die Figuren die verschiedensten Formen an, die meisten haben die Gestalt von Säulen oder sind spitz nach oben zulaufen. Jedenfalls ist dieser Ort sehr mystisch mit diesen vielen Steinmännchen und die Weitblicke im Hintergrund sind ohnehin grandios.

Nachdem wir wieder zum Friesenberghaus zurückgekehrt sind und die zahlreichen Bergsteiger auf Ihren riskanten Wegen über die Schneefelder von der Olperer Hütte kommend beobachtet haben ging es weiter zum Friesenberg See als würdigen Auftakt für diesen Bergsommer. Ohne Worte, ein einzigartiges Farbenspiel mit einer Prachtkulisse im Hintergrund. Herz, was willst Du mehr  🙂

Da war der Abstieg zum Schlegeiss Stausse dann ein leichtes Spiel, bei diesem Eindrücken die wir auf unserer hochalpinen Bergtour gewinnen konnten. So freue ich mich jetzt schon riesig auf unsere Touren im Bergsommer 2017 und bin schon gespannt, welche Momente in Erinnerung bleiben werden.

Unsere Bergwelt im Zillertal ist so einzigartig. Ich freue mich darauf, mit Euch auf Entdeckungsreise zu gehen und neue Kraftplätze in den Tiroler Bergen zu finden.

Euer Bergfex und Naturliebhaber

Stephan

WOLKE 7

1. April 2017

Haufenwolken am Friesenbergsee

Schnee, Berge, Himmel

Föhnwolken über den Hohen Tauern

Liebesglück

Hi Leute,

es war in den letzten Wochen wetterbedingt in den Tiroler Bergen sehr heimtückisch. Nach den starken Schneefällen Anfang März war die Lawinengefahr sehr groß und unsere Lawinenkommission stand stetig vor schwierigen Entscheidungen.

Die Devise hieß dabei für uns Sportler & Naturliebhaber vor allem, Freeriden nicht um jeden Preis in Kauf nehmen, auch wenn die Verlockung bei strahlendem Sonnenschein umso größer war 🙂

Echte Kunstwerke.
Bei den letzten Touren in diesem Bergwinter habe ich mich beim Blick in die Ferne oft mit dem Aussehen der Wolken beschäftigt. Echt cool, wenn die Wolken Formen annehmen, die das Auge mit Dingen aus dem Alltag verbinden kann. Gerade wenn in den Bergen stürmische Winde herrschen, fransen die Wolken oft aus und bilden sich wieder neu, wo man bestimmte Dinge erkennen kann.

Viele Zutaten für ein Bild.
Das Aussehen der Wolken wird natürlich durch die Größe, Anzahl und räumliche Verteilung bestimmt. Was ganz besonders in den Bergen für einmalige Stimmungsbilder sorgt ist die Intensität des Lichtes. So sehr sich unsere Gäste den tiefblauen Himmel mit den Bergspitzen im Hintergrund wünschen, umso schöner ist das Naturschauspiel ständig ändernder Wolkenbilder bei Föhnsturm.

Auf Wolke 7 angekommen.
So war es auch zuletzt bei der Schneeschuhwanderung oberhalb vom Wildgerlostal, wo wir wunderbare Kunstwerke beobachten konnten und dann noch der besondere Moment. Heiko hat Liesa einen Heiratsantrag gemacht. Es waren für mich gerade als Bergfex ergreifende Momente, denn es gibt wohl kaum einen schöneren Ort als inmitten der faszinierenden Bergwelt diesen Schritt zu wagen.

Jetzt freue ich mich schon auf die nächsten Wochen, die Frühlingssonne wird von Woche zu Woche stärker und die Arbeit im Garten kann bald beginnen.
Seid Beobachter unsere einzigartigen Natur. Ich freue mich darauf und wünsche Euch viel Spass.

Euer Stephan

SCHÖNHEITSWETTBEWERB

1. März 2017

Schneesturm auf der Dreiländerspitze

Winter im Wildgerlostal

Gipfelglück am Kleinen Gamsstein

Unentliche Weite am Kapaunsjöchl

Hi Leute,

der Winter 2017 hat es wirklich in sich. Unsere Bergwelt zeigt sich täglich von Ihrer schönsten Seite. Super Pistenverhältnisse für die Ski- und Snowboarder, eine perfekte Fernsicht und Sonnenschein pur garantieren in diesen Wochen ein einmaliges Urlaubserlebnis. Wenn ich dann beim Fenster morgens hinaus schaue, dann sorgt das auch bei mir für Kribbeln…
Das heißt, Rucksack mit Speck und Brot einpacken und los geht es. Zeit um die Alltagssorgen so richtig zu vergessen 🙂

Ein Zeichen der Hoffnung…
Es ist vielleicht Einbildung, aber eine Bergtour mit dem Ziel, ein Gipfelkreuz zu erreichen ist einfach etwas Besonderes, nicht alleine wegen der religiösen Bedeutung. In mir weckt es das Gefühl etwas Bestimmtes, ja ein Ziel erreicht zu haben.  Es ist nicht entscheidend, ob ein Steinmännchen neben dem Holzkreuz steht oder vielleicht Gebetsfahnen angebracht sind. Auch wie das Kreuz ausschaut, ob aus Holz oder Metall, in den unterschiedlichsten Größen und Formen und vielleicht durch die Witterung in die Jahre gekommen, jedes für sich ist einzigartig. Es gibt für mich da keinen Schönheitswettbewerb.

Der Moment des Ankommens…
Vielleicht klingt es etwas mystisch, aber ganz besonders ist die Stimmung im Moment des Ankommens am Kreuz. Und so war es auch am Valentinstag, wo ich mit Wolf Dieter und seiner Tochter Sina aus Hamburg am Gipfelkreuz des Kleinen Gamsstein ankam. Er erzählte mir dann bei unser Brotzeit, dass es seine erste Bergtour mit einem Gipfelkreuz war, und ich spürte, was es für ein besonderer Moment war. Da machte es gar nicht’s aus, dass ich wieder einmal meinen Schnaps zu Hause vergessen hatte…

Wieder zu Hause angekommen, freute ich mich die tollen Bilder von der Bergtour mit den Gästen anzusehen, und das Wettrennen in diesen Tagen mit den besten Pics geht ja Schlag auf Schlag.

Also habt auch so viel Spaß wie ich in den Tiroler Bergen. Seid glücklich und bleibt in Bewegung.

Euer Stephan

MUCKSMÄUSCHENSTILL

1. Februar 2017

Hi Leute,

in den letzten Wochen haben wir ein unglaubliches Wintermärchen erlebt, eine so schöne Winterzeit hatten wir über Jahre nicht mehr.
Nach den starken und langersehnten Schneefällen Anfang Jänner haben wir seit fast 3 Wochen tiefwinterliche Temperaturen. Diesem Rezept folgt mit fast täglich tiefblauen Himmel und Sonne pur eine einzigartige Winterlandschaft. Ob Einheimische oder Gäste aus nah und fern, die Stimmung ist einfach gut 🙂

Nervenkitzel gehört dazu…
Diese Zeit muss man voll ausnützen, nein auskosten. So bin ich mit meinen Gästen los gezogen in die Berge. Wir erlebten unglaubliche Augenblick, natürlich war so manche Autofahrt bei Schnee und Eis zum Ausgangspunkt der Bergtour mit Nervenkitzel verbunden, aber das gehört auch einfach dazu. Die vielen glücklichen Gesichter bei diesen gelungenen Touren machten mich als Bergwanderführer besonders stolz!

Einzigartiges Naturphänomen…
Wie es uns beim Stapfen im Tiefschnee ergangen ist erzähle ich dann meiner Isabella wenn ich wieder Daheim bin. Bei einem Kaffee darf das Bauernbrot mit dem Honig aus unser Region natürlich nicht fehlen. Jacqueline von der Imkerei, erzählte mir erst kürzlich, dass für einen Teelöffel Honig insgesamt 7 Bienen ein Leben lang arbeiten müssen. Ich konnte es fast nicht glauben.

Was ist eigentlich jetzt so los bei den Bienen?
Bei den Bienen ist es fast wie bei uns Menschen. Draußen gibt es nichts mehr zu tun. Die Natur ruht. Und eine dicke Schicht aus Schnee und Eis bedeckt die Pflanzen und Bäume. In dieser Zeit von November bis März ziehen sich die Bienen auf einer Wabe zur Traube zusammen, lediglich zum Fressen werden sie ein wenig aktiv. Bis zum Frühling halten Sie es im Bienenstock aus Holz aus.

Jetzt freue ich mich schon auf die nächsten Wochen, auch wenn die Tage schon wieder etwas länger werden genießen wir diesen Winter mit unseren Gästen noch in vollen Zügen.
Habt Spass. Bleibt in Bewegung. Freut Euch. Atmet durch und genießt die einzigartigen Augenblicke.

Euer Stephan

SPURENSUCHE

30. Dezember 2016

Entdeckungsreise

100% Spaßfaktor

Grenzenlose Weite

Momentaufnahmen

Bizzarre Waldgrenze

Hi Leute,

funkelnd steht unser Tiroler Christbaum in der Lobby am Kamin. Das Christkind ist gekommen und der hektischen Weihnachtszeit folgt nun schon wieder ein neues Jahr, die Zeit vergeht einfach zu schnell. Mit Spannung erwarten wir das große Silvesterfeuerwerk, welches wir von unser Terrasse in vollen Zügen genießen werden. Die letzten Wochen waren winterlich kalt, leider hat der Föhn Ende November dem frühen Wintereinbruch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wie geht es zum Skifahren?
Unsere Schneemacher 🙂 im Zillertal haben in den letzten Wochen tolle Arbeit geleistet und hervorragende Pisten hingezaubert. Viele Sportler und begeisterte Skifahrer waren über die Verhältnisse sehr positiv angetan. Seit wenigen Tagen haben wir auch unseren ersehnten Naturschnee wieder bekommen, die Berggipfel sind nun weiß gezuckert.  Für alle Freerider, die den Nervenkitzel im freien Gelände suchen, fehlt aber derzeit noch die Menge an weißen Pulver. Für mich heißt es aber nun, nichts wie raus in die unberührte Natur…

Ich gehe auf Entdeckungsreise…
und habe mir für die Gäste eine ganz neue Tour mit den Schneeschuhen ausgedacht. Wichtig ist mir dabei auch immer, dass sich das Gelände hierfür eignet. Im Mittelpunkt steht das Erkunden einer unerschlossenen Bergwelt und das Genießen einer prächtige Bergkulisse. Wir peilen die Gerlosplatte im hinteren Gerlostal mit dem Naturjuwel „Sieben Möser“ an.

Baumgrenze Rückzugsort für die Tierwelt
Ich bin auch schon gespannt, ob wir einige Tierspuren sehen werden. In der sensiblen Zone an der Baumgrenze muss man besonders auf das Wild und die Tiere Rücksicht nehmen. Der Verlauf der Baumgrenze bewegt sich in unserer Region um ca. 1.700 Meter und ist dies etwas unterschiedlich, abhängig von Wärme und Feuchtigkeit, Windeinwirkung und auch den Bodenverhältnissen.

Nun packe ich noch ein wenig Speck und hausgemachtes Bauernbrot ein, denn der schmeckt bei einer Wanderung in den Bergen am besten. Ich freue mich schon, wieder Gäste für unsere Heimat und die atemberaubende Bergwelt zu begeistern. Im Naturschutzgebiet der Hohen Tauern ist das auf alle Fälle einmal garantiert.

Ich wünsche euch noch einen feinen Ausklang im alten Jahr. Vielleicht auch ein wenig Zeit um Inne zu halten und den Moment zu genießen. Ich jedenfalls freue mich schon auf das neue Jahr und wünsche Euch für 2017 vor allem viel Gesundheit, Kraft & Lebensfreude.

Euer Stephan

SEHNSUCHT

1. Dezember 2016

Unsere Alm im Winter (Bildquelle Paul Sürth)

Spurensuche in den Tiroler Bergen

Gespür für Schnee

Winterlandschaft im Zillertal (Bildquelle: TVB Mayrhofen)

Hi Leute,

unsere Sommersaison ist nun zu Ende und wir hatten wieder einen traumhaften Herbst. Es waren wunderbare Begegnungen. Neben vielen Wiederholungstäter (= Stammgäste) haben wir auch wieder ganz tolle Menschen kennen gelernt. Jetzt schaue ich gerade beim Fenster hinaus. Es ist ein sehr kalter Novembertag und es beginnt zu schneien. Da geht mir durch den Kopf, was dieses faszinierende weiße Pulver eigentlich alles so auslöst?

Denn er ist schon da und in einer gewaltigen Menge. Wer? Der Schnee. Und nun? Die Skigebiete im Zillertal sind wieder die Ersten, haben perfekte Arbeit geleistet. Ab Mitte November geht’s los, die neue Skisaison wird bei traumhaften Bedingungen eingeläutet, das gab’s schon lange nicht mehr.

Eine ganz besondere Stimmung…
Die weiße Pracht. Man verspürt eine ganz besondere Stimmung. Schnee ist Emotion pur, ob Zusammenhalt oder Scheideweg, Glücksgefühl und Totbringend ist das was uns über Generationen in diesem Land prägt und eine eigene Sprache besitzt.
Emotional prägt uns Schnee seit unseren Kindesbeinen, selbst Hartgesottene und Verbohrte bekommen ein weiches Herz bei Weihnacht, Stille Nacht und Schneefall. Und diese Bilder haben wir im Kopf – Weihnachten & Schnee.

Gespür für Schnee…
Dieser Aggregatzustand entstanden aus sagen wir gefrorenen Wasserdampf der bis zur Frühjahrschmelze wieder alle Zustände des Wassers in sich trägt ist, auch wenn er in den letzten Jahren immer kürzer und weniger gekommen ist, das was die Gemüter von unseren Kleinsten bis zu den Großeletern bewegt.

Obwohl Pulver, Haucht, Schwimmschnee, Faulschnea, Grias und Firn nicht in der wissenschaftlichen Schneesprache vorkommen, sind es im Zillertal Begriffe für Schneebeschaffenheit, die jeder der damit zu tun hat, oder mit einem dieser Schneearten in Berührung gekommen ist, kennt.

Action mit Hausverstand…
Die weiße Pracht erfordert aber auch ein intensives Auseinandersetzen mit der Materie, in unserer naturentfremdenden Gesellschaft ist es schwer und wird es zusehends schwieriger nicht nur die Zusammenhänge verständlich zu vermitteln, sondern auch in einer Generation wo Action und Adrenalin vorne mit dabei ist, ist es immens wichtig, Respekt vor der Gefahr Schnee begreiflich zu machen. Und selbst für Personen die sich mit Schnee stark auseinandersetzen wird jeder Winter wieder eine spezielle Situation bescheren und den Zeitlauf des ewigen Lernens bereichern.

Schnee als Wärmedämmung…
Stefan Wierer, einer der bekanntesten Bergführer im Tal erzählte mir von den Urlaubskinder aus Südafrika. Sie staunen, nie zuvor mit Schnee in Berührung, vergasen die Kinder die Kälte und modellierten den Schnee in Formen die sie nur aus Büchern kannten. Die Kunst den Schnee als Baumaterial im Iglubau zu verwenden ist immer noch, ob als Spaß oder in einer Notsituation das eindrucksvollste Erlebnis mit Schnee. Diese verdichteten feinen sechseckigen Kristalle haben bei einer Schneewanddicke von 30cm den gleichen Wärmewert wie 10cm Dämmschutz, unglaublich.

So. Jetzt packe ich meine Schneeschuhe ein und suche die Ruhe mitten in der Natur beim Schneeschuhwandern. Auf Spurensuche für magische Momente mit allen die verrückt nach Schnee sind und die Tiroler Berge lieben.

Bleibt gesund und sportlich aktiv. Bis Bald.

Euer Stephan

HOLZKOPF

1. November 2016

Hi Leute,
Mein großer Traum war es von jeher eine eigene Firma zu gründen, nicht zuletzt weil mein Vater selbst Unternehmer ist. Mir fehlte allerdings noch die passende Idee und so hielt ich Ausschau.

Schicksal?
Das Holzschindeldach unserer alten Almhütte musste neu eingedeckt werden. Jedoch stellte ich bald fest, dass es gar nicht so einfach war, gespaltene Lärchenholzschindeln zu beschaffen. So kam mir die Idee, die Lärchenholzschindeln selber zu spalten.

Das „Schindelkliabm“ (Schindelnspalten) ist bei uns in Südtirol fast ausgestorben. Nur mehr in einigen Tälern werden die Holzschindeln für die Almhütten oder Zaunspälten, für die traditionell handgeflochtenen Spältenzäune, von den Bauern selbst hergestellt. Leicht? Ganz im Gegenteil! Mir fehlten wichtige Informationen wie: welche Werkzeuge werden verwendet, nach welchen Kriterien wird der Lärchenstamm ausgesucht, welche Beschaffenheit muss die Holzschindel aufweisen? Der Werkstoff Holz war mir bis zu jenem Zeitpunkt nicht näher bekannt.

Freude am Tüfteln…
Dadurch habe ich begonnen, eine eigene Maschine zu entwerfen und auch selbst zu bauen, um die Holzschindeln zu spalten. Mit viel Zeitaufwand und Geduld habe ich die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden und es ist mir gelungen, die Holzschindeln in der notwendigen Qualität und bald auch in etwas größeren Mengen herzustellen und zu vertreiben.

Inzwischen hat sich auch die Produktpalette erweitert: anfangs war es nur eine Länge von Holzschindeln, die ich herzustellen vermochte, nun bietet unser Betrieb Lärchenholzschindeln in verschiedenen Längen und Ausführungen, die komplette Montage des Holzschindeldaches mit Lärchenholzrinnen, Rinnenhaken und Schneestangen. Ebenso fertigen wir die aus unserer Landschaft fast verschwundenen Lärchenholzzäune und flechten diese nach althergebrachter Art und Weise mit Fichtenweiden.

Naturprodukt durch Traditionshandwerk
Die Bevölkerung findet inzwischen weltweit Gefallen an den Produkten. Der Trend geht eindeutig in Richtung Naturprodukt und Tradition. Ich sehe mich somit in meiner Tätigkeit bestätigt und es ist mir eine große Freude, einen Beitrag zu leisten, dass alte Traditionen nicht in Vergessenheit geraten und so in unserem Landschaftsbild weiter erhalten bleiben.

Das Apart Hotel der Familie Haas im Zillertal in der Architektur eines ziemlich unverbogenen Tiroler Bergdorf zu begleiten hat uns viel Freude bereitet und konnten wir mehr als 300 Meter Lärchenholzzaun mit handgeflochtenen Fichtenweiden an auf dem Bergplateau im Herzen des Zillertals errichten.

Euer
Christian Gasser
Gasser Schindeln – Südtirol

SICHTWECHSEL

1. Oktober 2016

Liebe Fans der Tiroler Berge,
Urlaub im Zillertal ist im Sommer gleichbedeutend mit Wandern und im Winter gleichbedeutend mit Skifahren – Irrglaube oder Tatsache? Vor unserem Urlaub Anfang September hätte ich laut „Tatsache“ gerufen. Doch die sechs Tage im Zillertal, haben mir gezeigt, dass die Region noch unendlich viel mehr zu bieten hat.
Jeder Schritt, dem ich einem Gipfelkreuz näher komme, ist ein Erfolg.

Ja, ich bin sportlich, aber einen Höhenmeter nach dem anderen zu bewältigen, ist gerade am Anfang doch immer wieder eine große Herausforderung. Daher ging es mit der Spieljochbahn zur Mittelstation und Los! In den nächsten Tagen ging es für uns rauf zum Hausberg von Kaltenbach, dem Gedrechter und zum Schlegeisspeicher mit atemberaubende Weitblicke.

Trainingsplan?
Ja, richtig. Seit einiger Zeit bin ich wieder läuferisch aktiv und ich wollte auch im Urlaub dranbleiben. Also Laufschuhe geschnürt und los. Vom Hotel aus Richtung Kaltenbach, über die kleine Holzbrücke im Ort über den Ziller hinweg und dann einfach nur dem Weg folgen. Im Hintergrund Wasserrauschen und vor den Augen die Berge – lässt es sich leichter Radfahren oder (wie in meinem Fall) Laufen? Nach knapp drei Kilometern habe ich umgedreht und bin zurück zum Hotel. Regeneration ist richtig und wichtig, Schwimmbad und Sauna sind da perfekt!

Neuer Tag, neues Abenteuer…
Trailrunning. Also laufend über Stock und Stein die Berge hinauf. Das ist für mich die anstrengendste Variante, aber: Egal ob mit dem Mountainbike, dem E-Bike, wandernd oder über die Trails laufend – draußen in der Natur ist es einfach am schönsten. Wenn ich dann mit den Ausblicken auf das Grün und die Berge belohnt werde, ist das für mich DIE benötigte Auszeit vom schnelllebigen Alltag.

Ist also Urlaub im Zillertal im Sommer gleichbedeutend mit Wandern und im Winter gleichbedeutend mit Skifahren – Irrglaube oder Tatsache? Für den Sommer kann ich diese Frage klar beantworte: Irrglaube! Für den Winter kann ich diese Frage Ende Januar beantworten, denn zum ersten Mal in meinem Leben werde ich Winterurlaub machen: Beim Schneeschuhwandern gehe ich auf Entdeckungsreise…

Eure Janine,
Urlaubsgast im Kaltenbach